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Gleitende Zeitkarten bei LVB und MDV

Freitag, 12. August 2011
Straßenbahnen am Hauptbahnhof

Straßenbahnen am HauptbahnhofAktuell gibt es in Leipzig drei verschiedene Zeitkarten für die Nutzung bei den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) bzw. im Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV), dem die LVB angehören: Tages-, Wochen- und Monatskarten. Bislang waren alle an den Kalender gebunden, gelten also pro Kalendertag, pro Kalenderwoche bzw. -monat. Auf unsere Initiative hin, hat der Stadtrat im Juni 2010 beschlossen, dies ändern zu wollen. Zukünftig sollen alle Zeitkarten eine sogenannte gleitende Gültigkeit haben:

Das bedeutet:
  • Tageskarten gelten nicht mehr einen Kalendertag, sondern 24 Stunden ab Entwertung
  • Wochenkarten gelten nicht mehr eine Kalenderwoche von Montag bis Sonntag, sondern ab Entwertung 7 Tage
  • Monatskarten gelten nicht mehr vom ersten bis letzen Tag eines Kalendermonats, sondern ab Entwertung 30 Tage.

Das Beste: Mit der turnusgemäßen Änderung der Tarife wurden die gleitenden Tages- und Wochenkarten im August 2011 eingeführt. Sie sind also ab sofort nutzbar – ein echter Erfolg für die FDP-Stadtratsfraktion, denn bereits vor einigen Jahren strebte der Stadtrat eine solche Änderung an. Durch eine neue Initiative der Liberalen wurden sie nun umgesetzt. Darüber hinaus sollen gleitende Monatskarten Mitte 2012 folgen. Hier arbeiten die LVB an einer umfangreicheren Umstrukturierung ihres Angebotes für Nutzer der Abo-Monatskarten.

Warum diese Idee?

Der Nahverkehr wird jedes Jahr teurer. Das Tarifangebot wird aber nicht besser. Aufgrund mittlerweile flexibler Arbeits- und Freizeitwelten sind starre Zeitkarten nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Auch der Nahverkehr muss sich daran anpassen. Er soll attraktiver werden, damit ihn mehr Menschen nutzen. Er soll aber nicht an Attraktivität gewinnen, weil andere Verkehrsmittel (bspw. das Auto) benachteiligt werden. Ein starker Nahverkehr macht einfach gute Angebote und gewinnt so von ganz allein Nutzer hinzu.

In einer Telefonumfrage einer Leipziger Zeitung sagten 92% aller Anrufer, dass sie flexible Tickets wollen. Bereits 2005 beschloss der Stadtrat eine entsprechende Initiative. Passiert ist bis heute jedoch nichts. Daher haben wir einen neuen Versuch gestartet – erweitert um die Idee der 72-Stunden-Karte. Denn die neue Karte würde eine Angebotslücke schließen und den Nahverkehr für den Tourismus zu einer besseren Alternative machen. Die meisten Gäste bleiben bekanntlich (leider) nur wenige Tage.

Ein weiteren Vorteil hätte unser System darüber hinaus: Da die Tickets alle erst mit Entwertung gültig werden, können bspw. Hotels die Fahrkarten bei sich vorhalten und sie als Service direkt an ihre Kunden ausgeben oder verkaufen, Eventveranstalter könnten die Karten per Post schon im Vorfeld an ihre Gäste verschicken. Kurzum: Nicht nur die Laufzeit ist flexibler, der Einsatz ist es auch.

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