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Zwangskoppelung von LVB-Tickets an Hotelausweise unsinnig!

Freitag, 26. März 2010

Die FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat lehnt die von der Fraktion DIE LINKE vorgeschlagene Koppelung von LVB-Tickets an Hotelausweise als „unsinnig“ ab. DR. ARND BESSER, liberaler Stadtrat und Mitglied im Aufsichtsrat der LVB, sagte dazu: „Eine automatische Koppelung von Hotelausweisen und LVB-Tickets macht keinen Sinn. Bei Gästen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, wäre sowohl die Fahrt vom Bahnhof zum Hotel als auch die Rückfahrt nicht enthalten. Den Hotelausweis bekommt man nunmal erst im Hotel. Darüber hinaus wäre dies nur über Rahmenverträge zu regeln. Diese gelten für alle Gäste – egal, mit welchem Verkehrsmittel sie reisen. Wahrscheinlich will da ein LINKE-Stadtrat nur seinem Arbeitgeber LVB einen Gefallen tun. Leichter als mit einer Zwangsabgabe kann man kein Geld in die Kasse der LVB spülen. Daher ist der Vorschlag purer LVB-Lobbyismus.“

Die FDP-Fraktion setzt hingegen auf Positivanreize. DR. BESSER dazu: „Wir wollen einen attraktiven Nahverkehr. Wir wollen einen Nahverkehr, bei dem jeder frei entscheiden kann, ob der ÖPNV genutzt wird. Dafür muss er passende, einfache und verständliche Angebote für alle bereit halten. Wir wollen jedoch keine Übervorteilung des Nahverkehrs. Mit dem Zuschuss von Stadt und LVV erhalten die LVB bereits einen sehr großen finanziellen Beitrag der Allgemeinheit. Eine erzwungene Nutzung oder eine LVB-Zwangsabgabe durch die Hotelbetriebe in Leipzig, widerspricht unserer Vorstellung eines attraktiven Nahverkehrs.“

BESSER erneuerte die Aufforderung der Nichtzustimmung zu Änderungen in den Tarifen und Tarifbedingungen, sofern die geforderte Flexibilisierung nicht realisiert wird: „Wir fordern das städtische Unternehmen LVB und die Vertreter der Stadt Leipzig im Aufsichtsrat des MDV auf, Druck auf den Verkehrsverbund auszuüben. In den zehn größten Städten Sachsen und in vielen anderen deutschen Städten sind die Tickets flexibler als bei uns. Das hat gute Gründe. Andere Städte haben verstanden, dass mit flexibleren Tickets den Nahverkehr attraktiver macht. Warum wir das nicht auch im MDV hinbekommen, erschließt sich mir nicht. Das Argument der Kosten für die Umstellung der Automaten ist für mich nicht haltbar. Schließlich geben die Unternehmen im MDV große Summen pro Jahr für Werbung aus. Ein flexibles Ticketangebot ist doch die beste Werbung für den Nahverkehr.“

Abschließend kritisiert DR. BESSER die Aussage der Fraktion DIE LINKE, dass sie das Thema bereits seit langer Zeit bearbeiten würde: „Solche Aussagen sind nicht zielführend. Fakt ist: 2005 wurde eine leichte Flexibilisierung beschlossen. Der Antrag kam übrigens von der FDP/Bürgerfraktion. Passiert ist bis heute nichts. Wir haben immer noch die starren Zeitkarten. Es ist Zeit für einen neuen Anlauf. Dabei wollen wir jedoch nicht nur eine auf den Tag beschränkte Flexibilisierung von Wochen- und Monatskarten. Wir wollen die minutengenauen Gültigkeit für alle Tickets – natürlich auch für die von uns neu vorgeschlagene 72-Stunden-Karte.“

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