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Warum sucht Oberbürgermeister Jung keinen privaten Sommerbadbetreiber?

Dienstag, 8. Februar 2011

Die FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat begrüßt die Entscheidung der Stadt, sich den finanziellen Herausforderungen bei der Sportbäder-Gesellschaft widmen zu wollen. “Wir haben bereits mehrfach auf die hohe Zuschüsse gerade für die Sommerbäder hingewiesen. Im Zuge der Haushaltsberatungen schlugen wir vor, die Zuschüsse in Höhe von 700.000 Euro pro Jahr zu reduzieren und für alle Bäder mit Ausnahme des Schreberbades private Betreiber zu suchen. Dies wurde von der Verwaltung und den anderen Fraktionen abgelehnt”, stellt FDP-Stadtrat Dr. Arnd Besser, der seine Fraktion im Sportausschuss vertritt, fest. “Offenbar war unsere Forderung so falsch nicht. Leider will die Stadt das Sommerbad Südost einfach nur schließen. Warum sucht Oberbürgermeister Jung nicht nach einem anderen Betreiber? Ich glaube, dass es durchaus Interesse – bspw. von Gastronomen – am Betrieb eines solchen Bades gibt. Wir sollten jetzt nicht vorschnell Einnahmechancen vergeben. Das Sommerbad Gohlis wird schließlich auch nicht von der Sportbäder GmbH betrieben.”

Mit Blick auf das Ökobad Lindenthal sagte Dr. Besser: “Das Ökobad hat gegenüber dem Sommerbad Südost nocheinmal 4.000 Besucher weniger. Der Zuschussbedarf pro Besucher lag im Jahr 2008 bei 15,22 Euro und im Jahr 2009 bei 15,62 Euro. Erstaunlich ist, dass noch im März 2010 die Stadtverwaltung in der Vorlage V/140 den Zuschuss je Besucher mit nur 11,38 Euro im Jahr 2008 angegeben hat. Ich gehe davon aus, dass der Oberbürgermeister diese Steigerung den Stadträten erklären wird. Fakt ist: Die Besucherzahlen in Lindenthal sind weit unterdurchschnittlich. Als Gründe führt das Gutachten die “im Norden Leipzigs entstandene Seenlandschaft (Schladitzer Bucht) und weitere Freibadangebote nördlich von Leipzig (Parthebad Taucha)” auf. Da wäre es im Interesse der gesamten Stadt sinnvoll nicht einfach auf den Eingemeindungsvertrag zu verweisen, sondern mittelfristig mit dem Ortschaftsrat nach einer Lösung zu suchen.”

Dr. Besser fügte hinzu, dass das Gutachten die Einschätzung der FDP-Fraktion stütze: “Wir haben darauf verwiesen, dass Leipzig inmitten einer attraktiven Seenlandschaft liegt. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass sich dies negativ auf die Besucherentwicklung der Sommerbäder auswirkt. Daher bleiben wir dabei: Eine teure Subventionierung zahlreicher Sommerbäder ist nur schwer erklärbar – gerade vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Lage unserer Stadt, maroder Straßen und Wege, Kitas und Schulen.”

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