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Schlussstrich Fabers wäre für ihn uns seine Geburtsstadt Leipzig der beste Weg

Sonntag, 14. November 2010

Die FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat betrachtet die kulturpolitische Situation in der Messestadt mit Sorge: “Angesichts drohender finanzieller Schwierigkeiten und fehlender kulturpolitischer Visionen mache ich mir durchaus Sorgen”, so FDP-Fraktionsvorsitzender Reik Hesselbarth, “Kulturbürgermeister Faber ist es in eineinhalb Jahren Amtszeit nicht gelungen, als anerkannter Streiter für die Kultur unserer Stadt zu agieren. Vielmehr ist er von einem Fettnäpfchen in den nächsten Fettnapf getreten. Zuletzt hat sich Faber dann auch noch in Opposition zum Oberbürgermeister gestellt. In meinen Augen konnte Burghard Jung nicht anders, als dem Kulturbürgermeister zumindest die Verantwortung für die Eigenbetriebe zu entziehen. Traurig an der Situation ist, dass Faber weiterhin für die Freie Szene verantwortlich ist, denn die hat ihn meines Erachtens nie wirklich interessiert.”
Auch die andauernde Verantwortung für das Naturkundemuseum sieht Hesselbarth kritisch: “Seit eineinhalb Jahren ist auch von Seiten des Kulturdezernates nichts passiert. Jetzt zaubert der Bürgermeister einen neuen, selbst in der Verwaltung nicht abgestimmten Vorschlag mit der Bowlingbahn aus dem Hut. Dabei gibt es für diese andere Pläne.”

“Ich kann mir vorstellen, dass die Situation für Herrn Faber alles andere als einfach ist: Er ist in der Kulturlandschaft isoliert, politisch steht nur noch seine eigene Fraktion – wenn auch in Niebelungentreue – zu ihm”, so Hesselbarth weiter, der die FDP-Fraktion sowohl im Fachausschuss Kultur als auch im Betriebsausschuss Kulturstätten vertritt, “ich würde mir wünschen, dass Michael Faber selbst einen Schlussstrich zieht. Ich denke, dies wäre für ihn selbst und für seine Geburtsstadt Leipzig der beste Weg. Leider bleibt ihm dafür meines Erachtens nach nicht mehr viel Zeit, denn ich habe den Eindruck, dass eine breite Mehrheit im Stadtrat mittlerweile gewillt ist, ein Abwahlverfahren einzuleiten. Dies würde – auch wenn ihm der eine oder andere aus dem Umfeld der Linkspartei da etwas anderes einreden mag – die Person Michael Faber nur noch weiter beschädigen.”

Hesselbarth sieht die Position, die die FDP bereits vor der Wahl Fabers einnahm, bestätigt: “Wir haben den Kulturbürgermeister vor eineinhalb Jahren für ungeeignet gehalten und leider hat sich das bewahrheitet. Ich hätte mir gewünscht, dass wir uns täuschen. Leipzig hätte dann in der kulturellen Entwicklung nicht eineinhalb Jahre verschenkt.” Hesselbarth sieht es daher als Fehler an, Bürgermeisterposten ausschließlich parteipolitisch zu besetzen: “Das Beispiel Faber zeigt, dass wir uns vom Parteienproporz als wichtigstes Kriterium verabschieden sollten. Für die Leipziger spielt das Parteibuch eines Bürgermeisters kaum eine Rolle. Die Menschen wollen Entwicklung und Arbeitsergebnisse sehen. Daher muss zukünftig die fachliche Kompetenz die wichtigste Eigenschaft eines Bürgermeisters sein.”

Für Erstaunen sorgte beim FDP-Fraktionsvorsitzenden die Drohung der Linkspartei in Richtung SPD. So warnte Volker Külow, der Kreisvorsitzende der Linken, die Sozialdemokraten vor einem Abwahlverfahren gegenüber dem Kulturbürgermeister. Ein seit 2006 bestehender Konsens, der zur Wahl des Oberbürgermeisters führte, würde so aufgekündigt: “Eine solche Vorstellung hat mit Demokratie nichts mehr zu tun. Unsere Stadt ist nicht zwischen SPD und Linkspartei aufgeteilt. Die Zeiten, in denen eine einzige Partei die Menschen an der Nase herumgeführt hat und Andersdenkende ausgegrenzt hat, sind zum Glück seit mehr als 20 Jahren vorbei. Es ist gut für Leipzig, dass sich die Sozialdemokraten nicht von der Linkspartei erpressen lassen”, so Reik Hesselbarth abschließend.

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