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Passivhausstandard unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachten, standardisierte Gebäude für Kitas und Schulen – FDP bringt Anträge ins Verfahren.

Montag, 17. Oktober 2011

Die FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat fordert die Selbstbindung der Stadt an den Passivhausstandard bei der Errichtung kommunaler Gebäude unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu betrachten. Entsprechende Bauvorhaben sollen sich gegenüber den gesetzlichen Eckwerten nach 10 Jahren rechnen. Einen Antrag haben die Liberalen hierzu in den Stadtrat eingebracht.

“Es kann nicht sein, dass wir gehörige Mehrkosten verursachen und diese sich – wie beim Neubau der 3. Grundschule – erst nach 26 Jahren rechnen”, beschreibt der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Fraktion René Hobusch die Intention seiner Fraktion und ergänzt: “Der Stadtrat ist dazu verpflichtet, mit kommunalem Geld sorgsam umzugehen. Angesichts eines Schuldenbergs von über 700 Millionen Euro und einem Investitionsstau im Bereich Kita und Schule von über 500 Millionen Euro ist es niemandem vermittelbar, warum kommunale Bauten so teuer sind. Wir planen und bauen First Class, haben aber nicht einmal das Geld für die Holzklasse.”

Darüber hinaus schlägt die FDP-Fraktion vor, zukünftig kommunale Bauten im Bereich Kita und Schule auf Basis eines einheitlichen Rasters zu errichten. Unter dem Titel “Leipziger Generationen-Bau” soll die Stadt einen Wettbewerb ausloben, in dem Ideen für diese Kehrtwende beim Kita- und Schulhausbau zusammengetragen werden. “Aktuell wird jede Schule und jede Kita individuell geplant und gebaut. Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung werden wir in wenigen Jahren weitere Schul- und Kita-Gebäude brauchen”, so René Hobusch, der seine Fraktion im Fachausschuss Stadtentwicklung und Bau vertritt, weiter. “Zuerst werden wir bei Kitas die Bedarfsspitze in etwa 7 Jahren erreichen. Mit dem Älterwerden der Kinder werden Grundschulen folgen, es schließen sich Mittelschulen und Gymnasien an. Daher macht es Sinn, dass sich die Gebäude mitentwickeln. Eine Kita sollte daher zu einer Grundschule umgebaut bzw. erweitert werden können. Gleiches gilt für den Schritt von der Grundschule hin zur Mittelschule oder zum Gymnasium. Denkbar ist, dass nachdem der Schulgebäudebedarf wieder sinkt, die Häuser einer nochmals anderen Nutzung zugeführt werden. Mit Blick auf die Alterspyramide bietet sich hier sicher der Bereich der Altenpflege an.”

Die Liberalen erhoffen sich von ihrer Initiative deutliche Einsparungen: “Wenn es uns gelingt, einen standardisierten und gleichzeitig flexiblen Gebäudetyp zu entwickeln, lassen sich die Kosten für Planung und Errichtung deutlich senken. Wir wollen dies direkt mit der Möglichkeit verbinden, Gebäude flexibel erweitern und verkleinern zu können. Für Architekten und Planer ist dies sicher eine anspruchsvolle Aufgabe, langfristig bietet der Leipziger Generationen-Bau aber die Chance, zügig und kostengünstig auf sich ändernde Bedarfe zu reagieren”, so René Hobusch abschließend.

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