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FDP will mehr Unterstützung für World Skills: Siebert fordert kostenlose LVB-Tickets für Schüler & Azubis aus aller Welt

Dienstag, 22. Januar 2013

Die FDP-Fraktion zeigt sich überrascht über die geringe Unterstützung der Stadt Leipzig der Berufsweltmeisterschaft World Skills, die im Juli 2013 in Leipzig stattfinden.

“Wir erwarten rund 200.000 junge Leute aus der Region und der ganzen Welt. Die meisten haben wenig Geld und sind hier, weil sie ihre beruflichen Chancen ausloten wollen. Das Mindeste, was die Stadt für sie tun kann, sind LVB-Tickets und eine entsprechend engere Taktung der Verbindung zwischen City und Messe”, fordert die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Isabel Siebert, die Mitglied im Ausschuss für Wirtschaft und Arbeit ist. “Die Tickets sagen Willkommen – und Leipzig bleibt damit in guter Erinnerung bei den Gästen aus aller Welt.”

Die FDP-Fraktion hatte für die kommende Ratsversammlung am morgigen Mittwoch eine Anfrage zum geplanten Umfang zusätzlicher ÖPNV-Leistungen während der World Skills gestellt. Wenige Tage nach der FDP-Anfrage legte der Oberbürgermeister dem Stadtrat eine Beschlussvorlage für die Februar-Sitzung der Ratsversammlung vor. Danach sollen lediglich rund 30.000 Leipziger Schüler kostenlos zur Messe fahren können.

“Gerade unseren Gästen dieses Angebot vorzuenthalten, ist – wie soll ich es sagen – kontraproduktiv. Ein ‘Herzlich Willkommen‘ geht anders, Herr Oberbürgermeister.” Viele Leipziger Schüler hätten längst die Mobilcard, die veranschlagten 100.000 Euro würden deshalb eher noch Fragen aufwerfen. Etwa, wie hoch der Anteil der LVB ist, den sie für das Handling der kostenlosen Fahrkarten verlangen. Die stadteigene LVB verfüge über einen riesigen Apparat, dessen Arbeit zur Ausreichung von ein paar Tickets, die sie sich eh bezahlen lassen, doch ausreichen dürfte. “Wozu haben wir stadteigene Verkehrsbetriebe, wenn wir nicht auf ihre Dienste zurückgreifen können?”

Siebert spricht Klartext: “Diese eilig zusammengeschusterte Vorlage ist ein beschämendes Placebo, das nur über eines hinwegtäuschen soll: Die Stadt ist offenbar nicht bereit, ein guter Gastgeber zu sein. Den Glanz der World Skills lässt sich unser Oberbürgermeister freilich nicht entgehen. Die Verpflichtung aber, einen eigenen Beitrag für eine gelungene Veranstaltung zu leisten, ist er nicht anzuerkennen bereit”, und mahnt: “Das ist eine einmalige Chance, junge Menschen aus aller Herren Länder für unsere Stadt zu begeistern! Nur den ‘eigenen‘ Kids die Tickets zu bezahlen oder selbiges zumindest vorzugeben, das ist provinziell. Dann lautet die Botschaft des OBM: ‘Gäste nicht willkommen‘. Der Image-Schaden wäre kaum auszudenken!”

Freistaat und Bund beteiligen sich mit jeweils 10 Millionen Euro an den Ausrichter-Kosten für die World Skills. Als die Stadt 2009 den Zuschlag für die World Skills erhalten hatte, lies sich OB Jung noch feiern und betonte, es stecke “eine Umwegrentabilität von rund 50 Millionen Euro in diesem Mega-Ereignis” (Pressemitteilung der Leipziger Messe vom 1. September 2009). “Wenn der Oberbürgermeister anerkennt, dass die Berufsweltmeisterschaft zweistellige Millionenbeträge nach Leipzig bringt – warum ist das der Stadt nicht den mindesten Einsatz wert?” Wer sich immer wieder an den gemachten Tisch setze, der würde vielleicht irgendwann nicht mehr eingeladen, fürchtet Siebert.

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