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Angebliche Rekordauslastung der Oper kein Grund für Jubelmeldungen

Donnerstag, 16. Januar 2014
Reik Hesselbarth

Der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat, Reik Hesselbarth, warnt vor übertriebener Freude angesichts der “Rekordauslastung” im Eigenbetrieb Oper.

“Das ist ein tolles Ergebnis und dazu Gratulation an den Intendanten und die ganze Mannschaft. Es gehört aber auch zur Wahrheit, dass die Zahlen nur knapp über dem liegen, was der Stadtrat im Wirtschaftsplan beschlossen und damit der Oper als Auftrag mitgegeben hat. Die Gesamtauslastung von 71 Prozent war für das Planjahr 2013 als Ziel gesetzt. Der Eigenbetrieb plante 523 Besucher pro Vorstellung, am Ende waren es mit 527 Besuchern nur vier mehr – und das pro Vorstellung”, analysiert Hesselbarth, der seine Fraktion u.a. im Fachausschuss Kultur und im für die Kultur-Eigenbetriebe zuständigen Betriebsausschuss vertritt.

Angesichts eines doppelten Einmaleffektes sei fraglich, ob die Oper einen Turnaround geschafft habe: “Ein erfolgreiches Wagner-Jahr auf der einen und der Intendantenwechsel auf der anderen Seite haben Auswirkungen auf das Ergebnis. Nun kommt es darauf an, darauf aufzubauen und die steigenden Besucherzahlen zu verstetigen”, so Hesselbarth. “Das Ziel muss sein, die massiven Zuschüsse zu senken. Angesichts fehlender Kitaplätze und maroder Schulen ist niemandem vermittelbar, warum jede verkaufte Opernkarte weiterhin mit rund 250 Euro aus der Stadtkasse bezuschusst wird.”

Hesselbarth forderte vom für die Eigenbetriebe Kultur zuständigen Oberbürgermeister neuerlich den Beginn einer Debatte über die städtischen Häuser ein. “Bezogen auf die Einwohnerzahl sind wir nach Frankfurt am Main die Nummer 2 deutschlandweit bei den Kulturausgaben. Wir haben aber nur einen Bruchteil der Steuereinnahmen. Zukünftig werden wir noch mehr Mühe haben, das Geld zusammenzubekommen: Im städtischen Haushalt wachsen die Ausgaben insgesamt deutlich schneller als die Einnahmen. Daher führt an strukturellen Änderungen kein Weg vorbei, denn kurzfristig lassen sich die Kosten nicht reduzieren. Daher müssen wir endlich anfangen, breit über unsere Häuser zu diskutieren. Bislang weicht der OBM jedoch jeder Diskussion aus.” Dies wird sich, so Hesselbarth, spätestens in drei bis vier Jahren bitter rächen.

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