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FDP-Fraktion stellt Anfrage zur Nutzbarkeit des Blindenleitsystems in der Innenstadt

Freitag, 9. Dezember 2011

Die FDP-Fraktion im Leipziger Stadtrat hat zur nächsten Ratsversammlung eine Anfrage zur Nutzbarkeit des Blindenleitsystems in der Innenstadt gestellt. “Dies ist durch die Buden des Weihnachtsmarktes an verschiedenen Stellen komplett blockiert. Damit ist es für eineinhalb Monate schlicht nicht nutzbar”, begründet Stadtrat Dr. Arnd Besser die Anfrage seiner Fraktion, “Wir wollen wissen, wer für die Planung verantwortlich ist und welche Rolle das Blindenleitsystem in den Überlegungen der Stadt spielt. Sehbehinderten Menschen hilft es im Alltag, da bedarf eine Blockade für eineinhalb Monate einer sehr guten Begründung. Vor dem Hintergrund, dass die Stadt nach Kräften über das Leitsystem aufklärt und noch einmal extra Hinweisschilder aufgestellt hat, mutet die Zustellung durch den Weihnachtsmarkt dann schon wie ein Schildbürgerstreich an.”

 

Die Anfrage im Wortlaut:

ANFRAGE V/F 493: Blindenleitsystem und Weihnachtsmarkt in der Innenstadt

Am 11.06.2010 wurde folgende Information auf leipzig.de eingestellt:

“Bodenindikatoren sind zu einem wichtigen Hilfsmittel für die Orientierung Blinder und Sehschwacher im öffentlichen Raum geworden. In Leipzig beispielsweise ist bereits ein großer Teil der LVB-Haltestellen damit ausgestatteten worden. Es handelt sich dabei um Blindenleitsysteme, die sich möglichst kontrastreich von der Umgebung abheben und die mit dem Taststock abgetastet werden können. Linienförmig verlegte Rillenplatten führen zu entscheidenden Stellen, an denen so genannte Aufmerksamkeitsfelder die Änderung der Laufrichtung, das Vorhandensein von Ampeln oder den Ort der Einstiegstellen signalisieren.

Blindenleitsystem in der Innenstadt

Auch in der Innenstadt sind Blindenleitstreifen angelegt. In der Grimmaischen Straße und in Teilen der Petersstraße liegen Rillenplatten. Aus gestalterischen Gründen wurde hier allerdings auf kontrastreiche Materialien verzichtet.

Orientierungshilfen werden oft zugestellt

Vermutlich wegen der neutralen Gestaltung finden die Blindenleitstreifen in der Innenstadt viel zu wenig Beachtung. Immer wieder parken Lieferfahrzeuge darauf, werden Tische und Stühle sehr nahe herangerückt oder Fahrräder abgestellt. Und Blinde, die für ihren Taststock links und rechts des Streifens etwa 60 cm Platz, brauchen, stehen dann plötzlich vor einem Hindernis, müssen es umgehen und dann den Leitstreifen wieder finden.

Um Rücksichtnahme wird gebeten

Die Stadt bemüht sich, bei künftigen Planungen solche Konfliktstellen zu vermeiden. Aber mit etwas mehr Rücksicht können alle dazu beitragen, die Orientierungsmöglichkeiten für Blinde und Sehschwache zu verbessern.”

Mit dem Aufbau des diesjährigen Weihnachtsmarktes wurde das Blindenleitsystem in der Innenstadt erneut wieder an einigen Stellen durch Verkaufsstände blockiert. Vor diesem Hintergrund fragen wir:

  1. Welches Amt ist für die Platzierung der Verkaufsstände (Buden) verantwortlich?
  2. In welcher Weise wird bei den Planungen der Anordnung der Verkaufsstände das Blindenleitsystem berücksichtigt?
  3. Warum wurde trotz Kritik in den letzten Jahren das Blindenleitsystem in der Innenstadt durch die Verkaufsstände auch in diesem Jahr wieder teilweise blockiert?

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