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Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

Mittwoch, 17. April 2013

[Antrag V/A 421 | Status: im Beratungsverfahren]

Beschlussvorschlag:

Der Oberbürgermeister prüft Möglichkeiten einer vertieften Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld. Hierbei ist zu ermitteln, inwieweit Projekte in Leipzig durch die Stiftung erforscht und gemeinsame Bildungsangebote initiiert und durchgeführt werden können.

Der Oberbürgermeister berichtet dem Stadtrat über die Ergebnisse bis spätestens zum Jahresende 2013.

 

Begründung:

Im Jahr 2011 wurde durch die Bundesregierung unter Federführung der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gegründet.

Vorangegangen war die Finanzausstattung der Stiftung durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages im Volumen von 10 Millionen Euro.

Ziel der Bundesstiftung ist, die gesellschaftlichen Lebenswelten von Lesben, Schwulen und Transgender zu erforschen, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu fördern, um Diskriminierung von Homosexuellen in Deutschland entgegenzutreten und die Erinnerung an die Nazi-Verbrechen an Homosexuellen sowie an das Werk des Namensgebers, des Sexualwissenschaftlers Magnus Hirschfeld, wachzuhalten.

In den letzten Jahren hat sich durch verschiedene Anstrengungen und unermüdlichen Einsatz in unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft das Bild auf nicht-heterosexuelle Menschen massiv gewandelt. Das, was zu Hirschfelds Zeiten noch strafrechtlich verfolgt und vielfach gesellschaftlich geächtet war, ist heute zu einer Normalität geworden. Gleichwohl gibt es weiterhin Anfeindungen gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen, so dass konstatiert werden muss, dass Aufklärung und das Werbe um Akzeptanz und Toleranz weiterhin nötig sind. Insbesondere mit Blick auf eine weitere rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren und damit auch einhergehender Ablehnung – insbesondere von neuen Familienbildern und familiären Lebensentwürfen – bedarf es aus Sicht des Antragstellers auch in diesem Bereich verstärkter Arbeit. Kooperationen mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld können dies befördern.

Vor dem Hintergrund, dass Hirschfeld eine Reihe seiner Schriften im Verlag Max Spohr, Leipzig, veröffentlichte, gibt es durchaus Beziehungen von Hirschfeld zu unserer Stadt, denen sich im Zuge einer Kooperation gewidmet werden sollte. Darüber hinaus sollen auch Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Bildungsbereich geprüft werden.

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