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Straßenbeleuchtung in Leipzig

Donnerstag, 5. Mai 2011

[Anfrage V/F376]

Studien zufolge verschlingt die Straßenbeleuchtung in Kommunen etwa 30 bis 50 Prozent des gesamten Energiebezuges und ist damit ein erheblicher Kostenfaktor. Vor diesem Hintergrund fragen wir:

Wie hoch ist der durchschnittliche jährliche Energieverbrauch der Leipziger Straßenbeleuchtung, welche Kosten entstehen dadurch und welchem Anteil am gesamten Energiebezug der Stadt Leipzig entspricht dies?

Wie hat sich der Gesamtenergieverbrauch der Straßenbeleuchtung in den letzten 10 Jahren in der Stadt Leipzig entwickelt?

Welche Maßnahmen hat die Stadt Leipzig unternommen, um den Gesamtenergieverbrauch der Straßenbeleuchtung zu reduzieren?

Welche Maßnahmen sind über die unter Punkt 3 genannten hinausgehend geplant, welche Kosten entstehen dabei und für welche Jahre ist deren Aufnahme in Haushaltsplanentwürfe vorgesehen?

Antwort: Bürgermeister zur Nedden trägt vor, der jährliche Energieverbrauch für die Straßenbeleuchtung habe 2010 bei ca. 19.960.000 Kilowattstunden gelegen. Die Energiekosten hätten sich dabei auf 3.710.000 € belaufen. Diese Summe entspreche
einem Anteil von 42 % an den gesamten Stromkosten der Stadtverwaltung Leipzig.

Der Energieverbrauch für die Straßenbeleuchtung sei von 2000 bis 2010 um 12.500.770 kWh gesunken, obwohl die Anzahl der Leuchten im gleichen Zeitraum gestiegen sei.

Wesentliche Faktoren zur Senkung des Energieverbrauchs der Straßenbeleuchtung seien der Einsatz effizienter Leuchtmittel und die Leistungsreduzierung der Beleuchtung in der verkehrsschwachen Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr. Mit 92 % Natriumdampfhochdrucklampen, erkennbar am orangegelben Licht, nehme Leipzig bundesweit einen Spitzenplatz ein. Dieser Typus von Lampen gelte als besonders effektiv und wirtschaftlich. Ein weiterer Punkt sei die nächtliche Leistungsreduzierung der Beleuchtung. Darin seien 22.858 Leuchten – das entspreche 45,1 % der Gesamtleuchtenzahl – einbezogen. Der auf den ersten Blick niedrige Anteil ergebe sich daraus, dass mit Ausnahme von zweilampigen Leuchten bisher nur Leuchten mit einer Anschlussleistung über 70 Watt reduziert gefahren werden können. Unter dieser Grenze wäre eine Reduzierung erst nach Austausch der Leuchten technisch möglich. Dennoch werde mit der jetzigen Reduzierung eine jährliche Einsparung von 3.891.000 kWh bzw. 724.000 € erreicht.

Große Bedeutung werde in den nächsten Jahren der Einsatz von Leuchtdioden (LED) erlangen. Dies werde eine erhebliche Senkung des Energieverbrauchs in der Straßenbeleuchtung bringen. Zurzeit sei diese neue Generation von Leuchtmitteln für die meisten Einsatzgebiete der Straßenbeleuchtung noch nicht effizient genug und verursache im Einkauf etwa die dreifachen Kosten einer herkömmlichen Leuchte.

Bei der Umsetzung des Beitrages der Stadt Leipzig zum Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadtbeleuchtung“ würden gegenwärtig 360 der historischen Schinkelleuchten im Stadtzentrum auf LED umgerüstet. Der Energieverbrauch pro Leuchte werde dabei auf ein Viertel des gegenwärtigen Standes reduziert. Zusammen mit der Umrüstung des Innenstadtringes, die ebenfalls Teil des Wettbewerbsbeitrages sei, solle eine jährliche Energieeinsparung von 237.600 kWh erreicht werden.

Den Schwerpunkt bei den Investitionen in die Straßenbeleuchtung werde mittelfristig die planmäßige Erneuerung der Anlagen bilden, die zu 37 % die Nutzungsdauer von 25 Jahren überschritten haben. Bei 50.000 Leuchten im Bestand und einer Nutzungsdauer von 25 Jahren müssten rechnerisch 2.000 Leuchten im Jahr komplett erneuert werden. Die durchschnittlichen Kosten pro Leuchte inklusive Mast und Erdbau beliefen sich auf 2.700 €.

Solange nur in begrenztem Umfang Mittel zur Verfügung stünden, müssten Prioritäten für die Erneuerung von Beleuchtungsanlagen gesetzt werden, wobei in erster Linie auf die Gewährleistung der Anlagensicherheit und der Verkehrssicherheit zu achten sei. Ziel dabei sei, bei der Erneuerung von Leuchten immer auf die aktuell effizientesten Leuchten und Leuchtmittel zurückzugreifen.

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