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Einschätzungen des Leiters der VHS zu Mehrkosten von 13 Cent je Unterrichtseinheit

Freitag, 5. März 2010

[Anfrage Nr. V/F 77]

Auf Bitten der Fraktion DIE LINKE erläuterte der Leiter der Volkshochschule Leipzig (VHS), Rolf Sprink, dem Beigeordneten Faber und den Mitgliedern des Kulturausschusses mögliche Auswirkungen eventueller Kürzungen von Landeszuschüssen auf Basis eines nicht näher bezeichneten Artikels in der Leipziger Volkszeitung. In einer E-Mail errechnet er, dass bei einer Belegung der Kurse mit 8 Teilnehmern eine Entgeltanhebung von 0,13 Euro je Teilnehmer und UE nötig wäre und äußert: “Das ist schwer vermittelbar!”

Hierzu fragen wir:

Wie kommt der Leiter der VHS zu der Einschätzung, dass eine Entgeltanhebung von 13 Cent pro Unterrichtseinheit “schwer vermittelbar” ist? Auf welche qualitative Erhebungen sützt sich die Einschätzung des Leiters der VHS? Wie bewertet der Oberbürgermeister die Aussage, dass Mehrkosten von 13 Cent pro Teilnehmer und Unterrichtseinheit schwer vermittelbar seien?

Schriftliche Antwort vom 24.03.2010:

Der Leiter der Volkshochschule, Herr Sprink, nimmt in seiner Stellungnahme Bezug auf den LVZ-Artikel vom 24.02.2010 „Wöller will bei Volkshochschulen sparen“. Die entsprechende Passage lautet: „Die bisherige Gesamtsumme von 6,7 Millionen Euro soll nach Informationen dieser Zeitung um 700.000 Euro gesenkt werden.“

Diese Kürzung von 10,45 % wurde von der Volkshochschule auf den Haushaltsansatz 2010 der Landesförderung i.H.v. geplanten 690.000 Euro übertragen, wodurch eine Mindereinnahme von 72.105 Euro eintreten würde. Eine der durchgerechneten Auswirkungen beträfe die Teilnehmerentgelte mit der Folge, dass bei einem Kurs mit 8 Teilnehmer/-innen eine Entgeltanhebung von 0,13 Euro je Teilnehmer/-in und Unterrichtseinheit (UE) zu erwarten ist. Dieser Betrag ist mit der konkreten Anzahl der Unterrichtsstunden jeweils zu multiplizieren. Das aufgeführte Beispiel betrifft einen durchschnittlichen Sprachkurs mit 42 UE. In diesem Fall erhöht sich das Teilnehmerentgelt von 85,50 Euro auf 91,14 Euro, das sind 5,64 %.

„Schwer vermittelbar“ bezieht sich zum einen auf die dann zwangsläufige Verteuerung unserer Kurse. Es bezieht sich aber auch auf den durch die neuste Kommunale Bürgerumfrage 2009 auf Seite 3 belegten Fakt, dass sich das durchschnittliche persönliche Einkommen der Leipzigerinnen und Leipziger im Vergleich zu 2008 um etwa 30 Euro auf 977 Euro verringert habe. Dieser Rückgang betrifft vornehmlich die 18 – 34-Jährigen sowie die 50 – 64-Jährigen – das sind wichtige Zielgruppen der Volkshochschule.

Der Sächsische Volkshochschulverband hat in seiner Stellungnahme gegen die Kürzungspläne zudem darauf hingewiesen, dass die öffentliche Förderung der Volkshochschulen und der anderen anerkannten Weiterbildungseinrichtungen im Freistaat Sachsen mit 2,22 Euro/Einwohner schon jetzt so gering wie in keinem anderen Bundesland ausfällt (Bundesdurchschnitt 4,82 Euro). Der Vorsitzende des Vorstands des Sächsischen Volkshochschulverbandes, Thomas Friedrich, führt darin aus: „Dass man die Existenz erfolgreicher Unternehmen riskiert, kann nicht selbstverständlich sein.“ Er erwartet von Staatsminister Wöller, die Weiterbildung in diesem und in den kommenden Jahren mindestens so weiter zu fördern wie bisher.

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