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Besucherentwicklung und Zuschussbedarf für Leipzigs Freibäder

Mittwoch, 14. September 2011

[Anfrage V/F 455]

Nach Aussage eines Mitarbeiters der Sportbäder Leipzig GmbH haben bis Anfang September „aufgrund des verunglückten Sommers“ in diesem Jahr nur 8.000 Personen das Ökobad Lindenthal besucht. Im Jahr 2010 seien es noch 14.000 Personen gewesen. Da von der Wettersituation auch die anderen Freibädern der Sportbäder Leipzig GmbH betroffen sind, fragen wir:

  1. Wie viele Besucher wurden jeweils in den Freibädern der Sportbäder Leipzig GmbH im Jahr 2011 gezählt und welche Änderung bedeutet das gegenüber 2010?
  2. Welche Zuschüsse ergeben sich somit für das Jahr 2011 pro Besucher (bitte für jedes Bad einzeln ausweisen)?
  3. Ist damit zu rechnen, dass aufgrund der Besucherzahlen oder aufgrund anderer Sachverhalte ein erhöhter Zuschussbedarf der Sportbäder Leipzig GmbH noch für das Jahr 2011 besteht? Wenn ja, in welchem Umfang? Wie wird sich der Gesamtzuschussbedarf im Jahr 2012 entwickeln?

Anfrage wurde beantwortet durch das Dezernat Umwelt, Ordnung und Sport

1. Wie viele Besucher wurden jeweils in den Freibädern der Sportbäder Leipzig GmbH im Jahr 2011 gezählt und welche Änderung bedeutet das gegenüber 2010?

Die Sportbäder Leipzig GmbH betreibt mit dem Sommerbad Kleinzschocher, dem Sommerbad Schönefeld, dem Ökobad Lindenthal, dem Schreberbad und dem Sommerbad Südost fünf Freibäder. Zusätzlich wird das Kinderfreibecken „Robbe“ im Außenbereich der Schwimmhalle Nord in der Freibadsaison betrieben.
Insgesamt wurden im Jahr 2011 in den Freibädern 98.253 Besucher gezählt. Aufgrund der
schlechten Wettersituation sind das 51.916 Besucher bzw. 35 % weniger als in der Freibadsaison 2010, wo durch die Sportbäder Leipzig GmbH noch 150.169 Besucher begrüßt werden konnten.
Im Einzelnen stellt sich die Besucherentwicklung im Jahr 2011 im Vergleich zum Jahr 2010 wie folgt dar. Im Sommerbad Kleinzschocher wurden in diesem Jahr 20.509 Besucher gezählt, was einem Rückgang gegenüber dem Jahr 2010 von 11.953 bzw. 37 % entspricht.
Für das Sommerbad Schönefeld ergibt sich mit 22.105 Besuchern ein Rückgang von 14.641 bzw. 40 %, beim Sommerbad Südost mit 10.187 Besuchern ein Rückgang 7.983 oder 44 %, beim Schreberbad mit 31.487 Besuchern ein Rückgang von 8.981 bzw. 22 %, beim Ökobad Lindenthal ein Rückgang von 5.103 bzw. 36 % und beim Kinderfreibecken Robbe mit 4.918 Besuchern ein Rückgang von 3.255 oder 40 %.

2. Welche Zuschüsse ergeben sich somit für das Jahr 2011 pro Besucher (bitte für jedes Bad einzeln ausweisen)?

Bei der Betrachtung des Zuschüsse pro Besucher der Freibadsaison wird der Deckungsbetrag I mit dem voraussichtlichen Ist, Stand 30. September 2011, zugrunde gelegt.
Hierin sind alle direkt zurechenbaren Erträge und Aufwendungen jedes einzelnen Bades
enthalten. Dies sind ertragsseitig die Umsatzerlöse und die sonstigen betrieblichen Erträge. Aufwandsseitig werden die Material- und Personalkosten sowie der sonstige betriebliche Aufwand und Steuern einbezogen.
Demnach sind in dieser Zuschussbetrachtung die Umlagen für Verwaltung und Technik sowie Abschreibungen nicht enthalten.
Da der Kostenrahmen und die Kostenstruktur sich bei den Freibädern von Jahr zu Jahr nicht wesentlich verändert, wird der Zuschuss pro Besucher maßgeblich durch die Einnahmen und somit durch die Anzahl der Besucher beeinflusst.
In der besucherstarken Freibadsaison 2010 betrug der Zuschuss pro Besucher unter Betrachtung des Deckungsbeitrages I durchschnittlich über alle Freibäder 4,14 EUR. In der Freibadsaison 2011 beträgt in Folge der schlechten Witterungsbedingungen der durchschnittliche Zuschuss 6,96 EUR pro Besucher. Bei der Einzelbetrachtung ergibt dies für das Sommerbad Kleinzschocher einen Zuschuss von 5,52 EUR pro Besucher, beim Sommerbad Schönefeld 9,26 EUR pro Besucher, beim Sommerbad Südost 11,93 EUR pro Besucher, beim Schreberbad 2,11 EUR pro Besucher und beim Ökobad Lindenthal 15,91 EUR pro Besucher.
Für das Kinderfreibecken „Robbe“ ist keine separate Betrachtung möglich, da sie der Kostenstelle der Schwimmhalle Nord zugeordnet ist.

3. Ist damit zu rechnen, dass aufgrund der Besucherzahlen oder aufgrund anderer Sachverhalte ein erhöhter Zuschussbedarf der Sportbäder Leipzig GmbH noch für das Jahr 2011 besteht? Wenn ja, in welchem Umfang? Wie wird sich der Gesamtzuschussbedarf im Jahr 2012 entwickeln?

Gemäß Wirtschaftsplanung 2011 wurden durch die Sportbäder Leipzig GmbH in den Freibädern dieses Jahr 109.000 Besucher erwartet.
Mit einem tatsächlichen Besucheraufkommen von 98.253 entsteht eine Abweichung von 10.747 Besuchern gegenüber dem Planansatz, die etwa 25.000 EUR Umsatzdefizit entsprechen. Diese Unterschreitung der geplanten Umsatzerlöse im Freibadbereich konnte durch bereits erzielte Mehreinnahmen im öffentlichen Baden in den Schwimmhallen kompensiert werden, so dass mit einer Erhöhung des Zuschussbedarfes in 2011 nicht zu rechnen ist.
Mit Blick auf die vorangegangenen Jahre handelt es sich bei der Freibadsaison 2011 um eine vergleichbar schlechte Freibadsaison. Bei den Besucherzahlen 2012 (und der Folgejahre) wird weiterhin von einer durchschnittlichen Freibadsaison ausgegangen, so dass in Verbindung mit den Planungsgrundlagen für 2012 mit dem vertraglich abgesicherten Zuschuss in Höhe von 5,0 Mio. EUR gerechnet wird.

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