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Architekturwettbewerbe in Leipzig

Donnerstag, 11. August 2011

[Anfrage V/F 424]

In Leipzig werden für zahlreiche Bauvorhaben Gestaltungs- und Architekturwettbewerbe unter Beteiligung der Stadtverwaltung durchgeführt. Hierzu bitten wir um Beantwortung folgender Fragen:

  1. Wie viele solcher Wettbewerbe wurden in den letzten 10 Jahren auf Initiative der Stadt Leipzig durchgeführt?
  2. Wie erfolgt die Bestimmung der daran teilnehmenden Architekten bzw. Architekturbüros?
  3. In welcher Form sind die Ergebnisse solcher Wettbewerbe für den Träger des jeweiligen Bauvorhabens bindend.

Schriftliche Antwort vom 25.08.2011:

zu 1. :

Statistiken zu dieser Thematik werden nicht geführt. Auch ist der Initiator eines konkurrierenden Verfahrens im Nachhinein nicht immer feststellbar, wenn der Bauherr und die Stadt im Diskussionsprozess des Projektes zu dem Ergebnis gekommen sind, dass die Durchführung eines konkurrierenden Verfahrens sinnvoll ist. Daneben gibt es Bauherren, die von vornherein beabsichtigen, ein konkurrierendes Verfahren durchzuführen, z.B. die Katholische Kirche und der Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der zu fast allen Landesbauten Architektenwettbewerbe durchgeführt hat.

Die Ermittlung des angefragten Sachverhaltes wäre daher mit einem erheblichen Aufwand bei gleichzeitiger unvermeidbarer Unschärfe in der Aussage verbunden. Die Verwaltung bittet daher darum, von der Beantwortung entbunden zu werden.

zu 2.:

Seit 2008 gelten für Wettbewerbe die „Richtlinien für Planungswettbewerbe – RPW 2008“. Für Bundesbauten sind sie per Erlass mit Wirkung vom 1. Juli 2009 verbindlich eingeführt worden. Im Bundesland Sachsen gab es eine Einführung mit Erlass vom 03.02.2009.

Die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) regeln die Durchführung von Wettbewerben und somit auch das Vergabeverfahren für die Teilnahme an den verschiedenen Wettbewerbsarten.

Wird ein offener Wettbewerb ausgelobt, können Architekten und Planer, die die entsprechenden Voraussetzungen der Wettbewerbsauslobung erfüllen, teilnehmen und einen Beitrag leisten. Dies war in Leipzig z. B. bei dem Wettbewerb für das neue Museum der bildenden Künste auf dem Sachsenplatz der Fall. In diesem Wettbewerbsverfahren im Jahr 1997/98 waren von der Jury 535 Beiträge zu beurteilen.

Bei nichtoffenen Wettbewerben fordert der Auslober interessierte Fachleute zur Bewerbung auf. Nach eindeutigen und aufgabenbezogenen Kriterien kann ein Auswahlgremium die Anzahl der festgelegten Teilnehmer bestimmen. Der Auslober kann die Teilnehmer alternativ auch durch ein Losverfahren ermitteln. Der am 15.10.2010 ausgelobte Wettbewerb „Stadtraum Bayerischer Bahnhof“ wurde als nichtoffener Wettbewerb für insgesamt 30 Teilnehmer durchgeführt. Die Teilnehmer wurden aus den vorliegenden Bewerbungen durch eine unabhängige Auswahlkommission ausgewählt.

Nach wie vor sind auch Gutachterverfahren und Mehrfachbeauftragungen ein in Leipzig häufig praktizierter Weg, um zu qualifizierten Ergebnissen zu gelangen. Diese Verfahren werden in Anlehnung an die RPW 2008 durchgeführt. Es handelt sich in der Regel um fünf bis sieben teilnehmende Büros, die im Einvernehmen zwischen der Stadt Leipzig und dem Investor/Bauherren festgelegt werden.

Bei den Gutachterverfahren mit fünf bis sieben teilnehmenden Büros empfiehlt das Obergutachtergremium einen Teilnehmer zur Ausführung.

zu 3.:

Nach Abschluss des Wettbewerbes ist in der Regel bei der Umsetzung des Projektes einer der Preisträger unter Würdigung der Empfehlung des Preisgerichts mit den weiteren Planungsleistungen zu beauftragen. Art und Umfang der Beauftragung müssen sicherstellen, dass die Qualität des Wettbewerbsentwurfs umgesetzt wird.

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