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Studenten gleichbehandeln

Samstag, 8. Oktober 2011

[von Isabel Siebert, stellvertretende Fraktionsvorsitzende]

Bislang wird Studierenden in Leipzig die Ausstellung eines Anwohnerparkausweises verweigert, wenn sie in Leipzig nur ihren Zweitwohnsitz angemeldet haben. Andere Bürger mit Hauptwohnsitz außerhalb unserer Stadt bekommen die Genehmigung jedoch. Dies hat Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal auf unsere Anfrage hin bestätigt. Seine Begründung: Studierende leben häufig zusammen in Wohngemeinschaften, die Zahl der Autos sei daher höher als in anderen Wohnungen.
Was an sich schon merkwürdig klingt, so viele Studenten leisten sich in einer Großstadt wie Leipzig sicher kein Auto.
Die FDP setzt auch hier auf die Gleichbehandlung aller Bewohner unserer Stadt – unabhängig davon, ob sie studieren oder nicht. Der Verweis auf WGs hinkt dabei. Zum einen wohnen viele Studierende allein; und zum anderen sind WGs auch außerhalb der Studentenschaft eine zunehmend beliebte Wohnform. Die Ungleichbehandlung ist Willkür.
Die Stadt benachteiligt sie also – und Bürgermeister Rosenthal findet das in der Universitätsstadt Leipzig offenbar in Ordnung. Sollte es nicht vielmehr Anspruch der Verwaltung sein, alle Leipziger unabhängig von ihrer Lebenssituation gleich zu behandeln? Die Studenten gehören zur Stadt wie das Völkerschlachtdenkmal oder Auerbachs Keller, sie bereichern das Stadtleben. Die FDP hat einen entsprechenden Antrag in den Stadtrat eingebracht.

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