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Reden statt prozessieren

Samstag, 11. Dezember 2010

[von Isabel Siebert, Stellv. Fraktionsvorsitzende]

Wollen wir uns wirklich von der Stadtverwaltung verbieten lassen, in einem Fabrikverkauf Kleider und Sportsachen zu kaufen? Die Zeiten solcher Eingriffe in unsere persönlichen Freiheiten sollten doch endgültig vorbei sein!

Inzwischen hat das Factory Outlet eine weitere Hürde genommen. Das OVG Bautzen lehnte die Anträge der Städte Leipzig und Schkeuditz auf Baustopp ab. Statt weiter mit Klagen gegen die Ansiedlung vorzugehen, sollte die Stadtspitze endlich das Gespräch mit dem Investor suchen. Denn es geht darum, die Chancen für Leipzig zu nutzen: Arbeitsplätze für die Leipziger Bürger und die touristische Magnetwirkung auf die Stadt. Das Outlet erwartet jährlich bis zu 1,5 Millionen Kunden aus ganz Mitteldeutschland. Das sind eine Menge potentieller Gäste für Leipzigs Kultur, Hotels und Restaurants, die wir nicht einfach an der Autobahn stehen lassen sollten. Eins steht fest: Die Ansiedlung eines Outlets in der Region wird nicht zu verhindern sein, die Frage ist, wie viel Porzellan bis dahin zerbrochen sein wird. Leipzig hat eine große Verantwortung für die gesamte Region um Leipzig herum. Für ein gewinnbringendes Miteinander mit den umliegenden Gemeinden beim Tourismus- und Standortmarketing bedarf es Entgegenkommen von allen Beteiligten. Die Stadtverwaltung sollte reden statt weiter zu prozessieren.

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