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Musikkultur gehört zu Leipzig

Sonntag, 8. Mai 2011

[von René Hobusch, stellv. Fraktionsvorsitzender]

Stellen Sie sich vor: Sie sitzen im stadtweit bekannten Biergarten, den es schon seit Ihrer Kindheit gibt. Es ist ein sonniger Sonntagmittag, es spielt eine Jazzband. Saxophon, Bass und Schlagzeug erklingen. Die Pianistin am elektronischen Piano spielt gerade ihr Solo. Plötzlich verstummt die Musik. Auf der Bühne unterhält sich die Pianistin aufgeregt mit einer unbekannten Person…

Vielleicht ist der Frau am elektronischen Klavier soeben untersagt worden, weiterzuspielen. Schließlich ist es verboten! Nicht das Klavierspielen in der Öffentlichkeit, wohl aber die Nutzung einer elektroakustischen Verstärkung, wie es im Amtsdeutsch heißt.

Unverstärkte Instrumente – egal ob Schlagzeug, Tuba oder Triangel – sind zulässig, Verstärkungen hingegen verboten.

Nachvollziehbar ist das kaum. Mit Bundesimmissionsschutzgesetz und der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm, kurz: TA-Lärm, gibt es strenge Regelungen. Diese müssen auch von den Gastronomen eingehalten werden. Ein generelles Musizierverbot bei Nutzung elektroakustischer Verstärkung geht jedoch zu weit. Daher haben wir eine Änderung der Polizeiverordnung beantragt: Für kulturhistorisch gewachsene Gastronomieeinrichtungen sollte das Verbot verstärkter Musik nicht mehr gelten. Schließlich geht es um ein Stück Stadtkultur, die wir erhalten sollten.

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