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Mietspiegel qualifizieren

Samstag, 5. Oktober 2013

[Beitrag im Amtsblatt | von René Hobusch]

Streitigkeiten zwischen Mietern und Vermietern über die Miethöhe sind in Leipzig keine Seltenheit mehr. Das gilt auch für Gerichtsprozesse zur Höhe der Kosten der Unterkunft (KdU).

Gemeinsam haben beide Punkte: Überall spielt der Mietspiegel eine Rolle. Von ihm leiten sich sowohl ein Anspruch auf Mieterhöhung als auch die KdU ab. Leipzig hat derzeit einen sog. einfachen Mietspiegel. Darin ist eine stadtweite Durchschnittsmiete abhängig vom Baujahr des Hauses genannt. Bestimmte Ausstattungsmerkmale machen Aufschläge möglich. Das Ergebnis kann dann aufgrund weiterer, eher unbestimmter Merkmale innerhalb einer Spanne erhöht oder abgesenkt werden. Übrigens: Die Lage spielt dabei keine feste Rolle. Und kurios: die anzurechnenden Kosten für Parkett variieren – aber nicht etwa in Abhängigkeit vom Alter des Bodens, sondern in Abhängigkeit vom Baujahr des Hauses. Ob das Parkett – übrigens mehr Wert als ein zweites Bad oder ein Fahrradabstellraum – gestern oder vor 10 Jahren eingebaut wurde, spielt keine Rolle. Warum kommt es nun aber zu den Klagen? Ein wichtiger Grund: ein einfacher Mietspiegel ist eher unkonkret und genügt keinen wissenschaftlichen Anforderungen. Das wollen wir ändern und haben daher die Einführung eines qualifizierten Mietspiegels beantragt. Denn: Andere Städte sind hier bereits deutlich weiter.

 

Hinweis: Im Amtsblatt der Stadt Leipzig haben die Fraktionen eine eigene Rubrik. Unter dem Titel “Fraktionen zur Sache” äußert sich in jeder Ausgabe je ein Stadtrat aus jeder Fraktion zu einem selbstgewählten Thema. Die Beiträge werden ungekürzt veröffentlicht.