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Leise rieselt der Schnee

Samstag, 23. Januar 2010

[von Isabel Siebert, stellv. Fraktionsvorsitzende]

Zum Jahresbeginn versank Leipzig im Schnee. Kein Grund für die Stadtverwaltung aktiv zu werden – nicht, wenn es darum geht für zumutbare Straßen- und Fußwegeverhältnisse zu sorgen. So konnten motorisierte Leipziger die öffentlichen Parkplätze weder verlassen noch anfahren, weil Schneemassen die Nebenstraßen blockierten.

Doch wer glaubte, zu Fuß oder mit dem ÖPNV schneller voranzukommen, irrte. Selbst der Ring, Priorität Eins für den Winterdienst, glich tagelang eher einer Schneepiste denn einer Hauptstraße. Wer allerdings gut voranzukommen schien, waren die Mitarbeiter des Ordnungsamtes, die in den Wohnvierteln fleißig Knöllchen an Autos verzweifelter Leipziger verteilten.

Aus trockenen Amtsstuben heraus verweist die Stadt auf begrenzte Salzvorräte, eine verbindliche Winterdienstsatzung und klamme Kassen. So nicht! Es muss ein präventives Winterdienstkonzept her: Wie will die Stadt schneereiche Wetterlagen in den Griff bekommen? Zumindest nicht, indem sie der Stadtreinigung 20 Prozent der Mittel für den Winterdienst im kommenden Winter zusammenstreicht.

Zwei Wochen nach dem Schneefall begann man nun, das Rathaus von den Schneemassen zu befreien – vermutlich damit endlich auch der Oberbürgermeister trockenen Fußes aus seinem Dienstwagen steigen könne.

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