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An Todesstrafe erinnern

Samstag, 29. Januar 2011

[von René Hobusch, stellv. Fraktionsvorsitzender]

Wussten Sie, dass noch im Jahr 1981 Todesurteile mitten in Leipzig vollstreckt wurden? Mit der Hinrichtung Werner Teske`s fand das traurige Kapitel Todesstrafe in der Geschichte Deutschlands und Leipzigs im gleichen Jahr sein Ende. Auf Initiative der Liberalen im Stadtrat soll derer Ereignisse und Hintergründe mit einer Erinnerungsstätte in der ehemaligen Hinrichtungsstätte der DDR in der Alfred-Kästner-Straße gedacht werden. Großes Interesse an der Aufarbeitung dieses Teils der DDR-Vergangenheit zeigen die vielen Besucher, die zweimal im Jahr zum „Tag des offenen Denkmals“ und der Museumsnacht in die ansonsten ganzjährig geschlossene ehemalige Justizvollzugsanstalt der DDR strömen. Mit dem Bürgerkomitee Leipzig e.V., das auch das Stasi-Museum in der Runden Ecke unterhält, wäre ein erfahrener Träger für die Ausgestaltung des noch im Originalzustand erhaltenen Bauwerks denkbar. Das Projekt soll sich überwiegend aus privaten Mitteln finanzieren. Vorausgesetzt der Stadtrat unterstützt den Antrag, ist zwar in diesem Jahr nicht mehr mit einer Eröffnung der justizgeschichtlichen Erinnerungsstätte zu rechnen. Zumindest der Anstoß für eine dauerhafte Öffnung der ehemaligen Strafvollzugsanstalt der DDR in der Südvorstadt trägt dem 30. Jahrestag des Endes von Tod durch Vollstreckung auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland Rechnung.

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